Donnerstag 9. Februar 2012
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LeserInnenbriefe

01. Juli 2009: Sehr geehrter Herr Herausgeber...

Betrifft: "Aus dem Hinterhalt" von Claus Pándi, Kronen Zeitung 30.06.09

 

Um der unreflektierten Kritik Pándis entgegen zu wirken, wollen wir aus der Sicht der Jugendlichen die Dringlichkeit einer strukturellen Steuerreform verdeutlichen. Denn darum geht es uns mit der Plattform reichebesteuern.at. Die reichsten Männer und Frauen Österreichs, deren geschätztes Vermögen Gegenstand der Plattform ist, sind für uns keineswegs Feindbilder, wie uns Pándi unterstellt, sondern Beispiele dafür, wie viel Geld dem Staat entgeht, weil es keine Vermögenssteuern gibt.


Genau darin liegt das Problem. Wir wissen, dass Österreich gerade einen immensen Schuldenberg anhäuft, der auch notwendig ist, um die Krise zu bewältigen und Arbeitsplätze zu sichern. Wir wissen aber auch aus der Vergangenheit, dass einer Krise immer Sparpakete gefolgt sind, durch die erneut die ArbeitnehmerInnen, die mit Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit die Leidtragenden jeder Wirtschaftskrise sind, zur Kassa gebeten wurden. Und wir wissen, dass es die Zukunftschancen von Jugendlichen besonders trifft, wenn Pensionskürzungen und Sozialabbau den Schuldenberg reduzieren sollen. Diesen Weg wollen wir auf keinen Fall einschlagen. Vielmehr sollen endlich jene zur Kassa gebeten werden, die bislang vom System profitiert haben und die die Krise hauptsächlich verursacht haben. Denn die steuerlichen Vorteile für Vermögenserträge haben dazu geführt, dass weniger investiert und mehr (ver)spekuliert wurde.


In seiner letzten Kolumne versucht uns Pándi nun allen Ernstes weis zu machen, jene Superreichen, die die Sozialistische Jugend exemplarisch auf ihrer Internet-Plattform aufführt, seien die RetterInnen der Arbeitsplätze und müssten als solche honoriert werden. Nun frage ich mich schon: wo sind die negativen Auswirkungen der Krise bei Mateschitz, Bartenstein und Androsch? Mateschitz schreibt nach wie vor Rekordgewinne, Barteinstein nutzt geschickt die Generika-Förderungen und Androsch verlagert den Standort ins Ausland. Müssen wir uns denn etwa Sorgen um Dichand's Vermögen machen? Wenn ja, dann rufen wir gleich zur Spendenaktion auf: Hans Dichand in Not! Spenden Sie jetzt!


Wolfgang Moitzi,

Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich

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