Uranabbau. Technik & Folgen
Der Startschuß für die Weltreise desentstehenden Kernbrennstoffes fällt meist weit weg von hier: in den Uranminen Australiens, Nordamerika, Südafrikas oder in Kanada ...
Hier wird in großtechnischem Maßstab Uranerz abgebaut. Ca.440.000 t müssen davon abgebaut werden, um den Jahresbedarf an Brennstoff eines 1300 Megawatt-Reaktors z.B. vom Typ Biblis A zugewinnen. Von diesen 440.000 t wandern 400.000 t auf die meist nahe gelegene Abraumhalde, da ihr Anteil an Uran zu niedrig ist um verarbeitet werden zu können.Die zur weiteren Verwendung bestimmten 40.000 t werden nun zu einer meist nahezur Mine gelegenen Erzaufbereitungsanlage transportiert.
Yellow Cake
Dieser erste Atomtransport in der Brennstoffspirale ist notwendig, weil aus dem Uranerz das Natururan herausgeholt werden muss. Aus 40.000 t Uranerz erhält man etwa 400 t Urankonzentrat (U308).Wegen der gelben Farbe auch "Yellow Cake" - also "gelber Kuchen" genannt.
Ökologische und gesundheitliche Folgen des Uranabbaus
Durch den Abbau von Uran werden vielfältige Gefahren für die Natur und die Gesundheit des Menschen verursacht. Die schwerwiegendsten ökologischen Auswirkungen des Uranabbaus liegen in der radioaktiven Verseuchung weiter Landstriche.
Aus der Tagebaugrube, den Halden und vor allem durch die Staubentwicklung beim Sprengen, Auf- und Abladen und Zermahlen des Erzes werden radioaktive Stoffe frei. Vor allem das gefährliche Radon-Gas entströmt in großen Mengen den Halden und den Gruben und wird durch starke Winde über riesige Strecken verteilt. Die flüssigen Abfälle, die z.B.bei der Rössling Mine in Namibia nach offiziellen Angaben täglich 80000 m3 ausmachen, werden durch einen sogenannten Tailingslamm zu einem See aufgestaut.Da das Tailings-Beckon keinen und urchlässigen Boden besitzt, gelangt radioaktives Material in den Wasserkreislauf.
Lecks und Dammbrüche, die zur Verseuchung ausgedehnter Gebiete führten, wurden von fast allen Uranminen gemeldet. Der letzte große Unfall ereignete sich 1988 in der Ranger Mine in Australien, einer der ertragreichsten Minen der Welt. Hierbei gelangten 448000 t radioaktives Abfallgestein außerhalb der Mine.
Da die Bergleute dauernd den verseuchten Staub einatmen, sammeln sie mit der Zeit unkontrollierbar große Mengen Strahlen an. An sich schon fragliche Grenzwerte wurden in der Vergangenheit ständig herabgesetzt, in der Praxis jedoch kaum eingehalten. Mehr als 40% aller Uranminenarbeiter erkrankten an Lungenkrebs.
Die in der Umgebung von (ehemaligen) Uranminen lebenden Menschenmassen ebenfalls mit einer erhöhten Rate gefährlicher Krankheiten rechnen, darunter Leukämie, Knochen-, Eierstock- und Hodenkrebs.Besonders bei Kindern ist die Zahl an diesen Erkrankungen und an Missbildungen erschreckend gestiegen. Bezeichnenderweise musste in der Bundesrepublik Deutschland die Produktion der Urananlage in Ellweiler nach massiven Protestenwegen der hohen Strahlenbelastung eingestellt werden.
Indigene Völker sind besonders häufig das Opfer von Uranabbau, zumeist ohne dafür eine "angemessene" finanzielle Entschädigung zu erhalten. Ihr Widerstand gegen den Abbau von Uran auf ihrem Land blieb bisher fast immer erfolglos. Sie müssen hinnehmen, wie ihre Gesundheit, ihre Umwelt und ihre kulturelle Identität durch die Uranminen zerstört wird.
Herstellung von Brennelementen
Die Herstellung von BEs für dieVersorgung von AKWs findet in der BRD in Hanau und in Lingen statt. Im Brennelemente-Werk werden aus dem UF6 durch einen chemischen Vorgang 33 t Uranoxid hergestellt. Dieses wird zu kleinen Tabletten, den sogenannten Pellets gepreßt. Mit den Pellets werden die Hüllrohre der einzelnen Brennstäbe gefüllt.
Als Abfall entsteht bei der Herstellung leicht radioaktiver Müll: z.B. Arbeits- und Putzmaterial, ausgetauschte Anlagenteile. BE werden aus 64 bis 300 Brennstäben gefertigt, deren Hüllrohre aber nicht vollständig mit Pellets gefüllt werden. Das verbleibende Vakuum dient dazu, die bei der Kernspaltung entstehenden hochradioaktiven gasförmigen Spaltprodukte aufzufangen. Ein AKW wie Biblis benötigt jedes Jahr 64 neue BE.
Meist besteht ein Brennelement aus ca.18 Brennstäben. Die Hüllrohre, welche vornehmlich aus Zirkaloy bestehen,werden allerdings nicht bis oben voll mit Uranpellets angefüllt. Ein Teilbleibt beim luftdichten Verschließen des Hüllrohres Vakuum und dient dazu beider Kernspaltung entstehende Gase aufzufangen.
Uran Pellets
Im Brennelementwerk wird aus UF 6 durcheinen chemischen Umwandlungsprozeß Urandioxid hergestellt. Dieser nun pulverförmigeStoff wird zu kleinen Tabletten, sogenannten Pellets gepreßt. Damit werden die Hüllrohre der einzelnen Brennstäbe gefüllt. Mehrere Brennstäbe werden zu einem Brennelement montiert
BE-Wechsel im AKW
Der Brennelementwechsel wird jedes Jahr im Rahmen der sogenannten Revision durchgeführt. Nach dem Wechsel kommt das abgebrannte Brennelement in das Abklingbecken des AKWs. Im Abklingbecken soll die Radioaktivität und die Nachzerfallswärme vermindert werden. In dieser Zeitzerfallen die Transuranelemente wie z.B. Neptunium, Americium und Curium. Die abgebrannten Brennelemente entwickeln noch Temperaturen bis zu 400 Grad Celsius.Ziel dieser Abklingzeit ist es die Brennelemente transportfähig zu machen.










