Eigentlich glaubten wir es kaum, in dem für die bolivarianische Revolution bekannten Land Venezuela zu sein, als wir vom Flughafen weg durch die Stadt Caracas fuhren. Links und rechts von den von tausenden Chevrolets und alten Bussen wimmelnden Straßen konnten wir riesengroße Werbetafeln von verschiedensten Konzernen erblicken.
Seit 1998 Hugo Chavez Frias zum Präsidenten von Venezuela gewählt wurde, macht das Land einen Prozess des sozialen Fortschritts durch, der ständig weiter und tiefer geht.
Diesen Sommer ging ein Aufschrei der Empörung durch den internationalen Blätterwald. In Kuba wurden 70 "Oppositionelle" verurteilt, 3 davon zum Tode, andere zu langjährigen Haftstrafen. So sehr die Todesstrafe abzulehnen ist, so sehr ist aber auch diese Welle der Empörung kritisch zu hinterfragen, immerhin verfügt die westliche Welt kaum über neutrale Informationen über Kuba.
Im Juli 2003 wurden in Argentinien relativ überraschend gegen 46 Militärangehörige wegen Verbrechen während der Zeit der Diktatur 1976- 1983 Haftbefehle erlassen. Dies ermöglichte der peronistische Präsident Kirchner, der zumindest formell-juristisch ein unrühmliches Kapitel der jüngeren argentinischen Geschichte abschließen will. Anlass für einen Blick zurück – und für einen unter die Oberfläche.
Mehr als 50 Millionen Menschen in Brasilien leben in Armut. Fünf Millionen besitzen überhaupt kein Land, die 190 reichsten LandbesitzerInnen verfügen über mehr Land als zwei Millionen KleinbäuerInnenn. Die zwölftgrößte Wirtschaftsnation der Welt wird, wenn es um den Abstand zwischen Reich und Arm geht, nur von Sierra Leone, der Zentralafrikanischen Republik und Swasiland übertroffen
Seit nunmehr zwei Monaten befindet sich der Vorsitzende der Kommunistischen Jugend Venezuelas, David Velasquez auf einer Europareise, in Rahmen derer er versucht, Interesse und Unterstützung für das venezuelanische Reformprojekt zu finden. Wir haben mit ihm ein kurzes Interview geführt.